Reifen richtig entsorgen

 

Der Sommer ist so gut wie vorbei, die nächsten Monate sind von Regen, Wind und kühleren Temperaturen geprägt. Pünktlich zum Winter werden dann auch die Autoreifen gewechselt, sodass auch bei schlechter Witterung sicheres Fahren gewährleistet ist. Wer in diesem Winter einen neuen Satz Winterreifen anschafft, erreicht Sicherheit für sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer. Doch was tun mit den Altreifen?

Alle sechs Jahre wechseln

Wer keine Allwetterreifen hat, muss jeden Winter von Sommer- auf Winterreifen umrüsten. Nach einigen Jahren müssen diese jedoch gegen einen neuen Satz Reifen ausgewechselt werden, da die Gummigemische mit der Zeit verhärten und die Hafteigenschaften des Reifens kontinuierlich nachlassen. Automobilclubs wie der ADAC empfehlen einen Wechsel nach 6 Jahren, wer viel fährt, sollte sie sogar früher erneuern.

700 000 Tonnen Altreifen entstehen dadurch jedes Jahr in Deutschland, die alle fachgerecht entsorgt werden wollen. Doch die Reifen werden nicht einfach weggeworfen, sondern können in vielerlei Art einem zu einem anderen Zweck weiterverwendet werden.

Vielfältige Weiterverwendung

Meistens hat ein Reifen ein zweites Leben und findet sich in Urform oder weiterverarbeitet in neuer Form wieder. Bei der stofflichen Verwertung wird der Gummireifen zu Granulat oder auch Gummimehl verarbeitet und kann dann als Dämmstoff oder Bodenbelag in der Bauindustrie oder dem Straßenbau verwendet werden. Eine andere Möglichkeit ist, die Altteile als Ersatz-Brennstoff für Erdöl zu verwerten und damit als Energieträger einzusetzen.

Sehr häufig werden die Reifen jedoch in ihrem Zustand belassen und ins Ausland verschifft, um dort ihren zweiten Dienst am Auto zu leisten. Die Winterreifen, die für unsere Straßenverhältnisse nach einer bestimmten Zeit als ungeeignet gelten, können in warmen und witterungsarmen Gebieten noch gut als Autoreifen dienen. Vor allem afrikanische Länder mit trocken-warmen Temperaturen nutzen diese Möglichkeit und setzen sie nach einer Generalüberholung wieder auf das Auto. Da die Karkassen meist gut erhalten sind, genügt eine neue Lauffläche zur sicheren Fahrt. Besonders beliebt sind dort auch große Reifen für Nutzfahrzeuge und Landmaschinen, die in der Regel sehr teuer sind. Rund 150 000 Tonnen Altreifen werden jährlich ins Ausland verschifft, die dann dort weiterrollen.

In Originalzustand finden wir die Reifen häufig auf Kinderspielplätzen, Reiterhöfen oder Kartbahnen zur Polsterung.

Guten Betrieb finden

Bei der Entsorgung selbst ist vor allem wichtig, einen verlässlichen und ordnungsgemäß arbeitenden Entsorgungsbetrieb zu finden, der vorschriftsgemäß arbeitet. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, bei denen die Betriebe die Reifen nicht direkt entsorgt haben, sondern eingelagert oder aufgearbeitet und an Werkstätten verkauft haben. Die bei der unsachgemäß Lagerung entstehenden Schadstoffe gelangen dann in Boden und Wasser, was immense Schäden mit sich bringen kann. Vor einigen Jahren hat sich deshalb die Initiative „Zertifizierte Altreifenentsorgung“ gegründet, welche die Entsorgungsfachbetriebe prüft und zertifiziert. Zusammen mit dem TÜV konnte so ein sicheres Netz geschaffen werden, an dem sich die Verbraucher orientieren können und einen zuverlässigen Anbieter finden. Das freut Umwelt wie Verbraucher und tut der Sicherheit aller Autofahrer gut.

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