Einmal Schumi sein

Jetzt wo der Sommer endlich da ist und die Sommerreifen ihren Namen wieder verdienen, zieht es auch wieder die Hobby-Rennfahrer aus der Garage auf die Piste. Richtig rasen kann man aber inzwischen nur noch selten in Deutschland. Zwar sind noch viele Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, jedoch ist das Verkehrsaufkommen so hoch, dass richtig schnell fahren nicht möglich ist. Davon abzuraten auf öffentlichen Straßen den Schumi zu machen ist sowieso. Denn man gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch Andere, die vielleicht nur ihre Sonntagsfahrt zu Omi machen. Will man seinen Wagen mal ausfahren, sollte man eine sehr wenig befahrene Autobahn wählen, wie den berühmten Ostfriesenspieß und dann auch nur zu Uhrzeiten in denen wenig Verkehr ist. Grundsätzlich gilt es aber auch dabei immer noch die Verkehrsregeln zu beachten und nicht rücksichtslos über die Piste zu braten, als sein man auf der Rennstrecke.

Fahren wie die Profis

Zum Glück gibt es ja genau diese Möglichkeit! Denn viele Rennstrecken in Deutschland öffnen ihre Tore ab und zu für den Otto-Normal Fahrer. Letztens traf ich einen Freund in der Stadt, der gerade seine Digitalfotos entwickeln lassen hatte und mir sofort seine Bilder von seinem letzten Ausflug zum Nürburgring zeigte. Möglich ist das Fahren auf der Nordschleife an Terminen, an denen keine Testfahrten oder andere Veranstaltungen stattfinden. Allerdings ist es auch nicht so einfach auf der kurvenreichen Strecke mit Kuppen, starker Fahrbahnneigung und steilen Abschnitten immer die Kontrolle über den eigenen Wagen oder das Motorrad zu behalten. Die Strecke ist etwa 21 km lang und mit unterschiedlichen Fahrbahnbelägen ausgestattet.

Knipsen nicht Vergessen!

Natürlich macht das Ganze einen Riesenspaß die meisten Fahrer fahren mit dem allerbreitesten Grinsen ihre Runden, von Frau oder Freunden fleißig auf Film und Fotos gebannt. Allerdings gibt es auch einen großen Nachteil der Rennerfahrung: Manchmal sind so viele Hobby-Schumis unterwegs, dass das Fahren auf dem Nürburgring kein so großer Unterschied zur Autobahn mehr ist. Die Leute wagen sich mit jeder Art von Gefährt auf die Piste, vom klapperigen Oldtimer bis zum Maserati. Auch eine Ente soll schon einmal gesichtet worden sein. Und alle rasen was das Zeug hält, insbesondere als Motorradfahrer gerät man da schon mal leicht in Gefahr. Ich würde sagen, es kann sogar gefährlicher sein als auf der Autobahn. Leider ist das Rennfahrerdasein keine günstige Erfahrung. Der Hobbyfahrer muss für das einmalige Vergnügen auf den berühmten Kurven zu fahren je Runde und Auto (oder auch Motorrad) 15 Euro bezahlen. Will man sich richtig austoben, kann man den vergünstigten Preis von 300 Euro für 25 Runden bezahlen. Wenn man beschließt, dass das eigene Auto nicht für das echte Rennerlebnis taugt, kann man auch einen richtigen Rennfahrerkurs belegen. Dafür muss man aber schon über 4.000 Euro auf den Tisch legen, die Kosten für die Fotoentwicklung werden dann wohl die geringsten sein.

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