K.I.T.T. und David Hasselhoff: Ross und Reiter

Eigentlich hat jeder seine eigene Geschichte zu David Hasselhoff zu erzählen. Oder zumindest eine eigene, höchst individuelle Rezeptionsgeschichte Hasselhoff-haltigen Filmgutes in petto. Groß wurde er in Deutschland im Zusammenspiel mit seinem Teampartner im Metier der Verbrechensbekämpfung: dem sprechenden Auto KITT.

Während es heutzutage eher Hasselhoffs Schattenseiten sind, mit denen er in die Schlagzeilen gerät, ist das Auto, das ihm den Karriere-Kick versetzt hat, fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Vielleicht stünde beiden eine Überholung in der Werkstatt nicht unbedingt schlecht zu Gesicht. Aber andererseits: warum sollten sie das tun?

Es ist schon traurig mit anzusehen: auf den Videoportalen dieser Welt und ihres weiten Netzes tauchte 2007 ein Video auf, in dem David Hasselhoff versucht, in mehr als fortgeschrittenem Zustande einen Burger zu verspeisen. Ein Video-Clip, der offenbar von seiner Tochter erstellt wurde, die sich wegen dessen Trunksucht um ihren Vater sorgte. So erfuhr denn auch eine breite Öffentlichkeit davon, dass der Star alkoholkrank ist. Er selbst ist sich seines Alkoholismus bewusst; doch die Gefahr erkannt zu haben, hat noch lange nicht notwendigerweise deren Bannen zur natürlichen Folge: vor wenigen Tagen wurde der Schauspieler nur noch flach atmend mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem ihn seine sechzehnjährige Tochter in erbärmlichem Zustand auf dem Fußboden gefunden hatte.

Nichts desto weniger verfolgt Hasselhoff weiter seine Karriere und ist nach wie vor ein Weltstar von zweifelhaftem Ruf. Laut Guinness-Buch der Rekorde ist er der der größte TV-Star, da seine Sendungen weltweit am häufigsten ausgestrahlt wurden. Auch im Internet war er 2006 die am meisten gesuchte Person, worauf Hasselhoff stolz ist. Dabei ist er auch kein durch und durch ernst genommener Star, wird er doch nur allzu häufig zur Zielscheibe des Spottes. Doch wenn jegliche Presse gute Presse ist, hat der Mann etwas richtig gemacht. Und er gilt obendrein als Ikone der achtziger (nicht zuletzt wegen seiner Rolle in der Serie „Knight Rider“) wie der neunziger Jahre (als Bademeister in „Baywatch“). In Deutschland kennt jeder David Hasselhoff, und in seiner US-amerikanischen Heimat kennt man ihn kurioserweise auch vor allem dafür, in Deutschland berühmt zu sein.

Seinen Karrierehöhepunkt hatte David Hasselhoff vermutlich, als er mit „I’ve Been Looking For Freedom“ im Jahre 1989 einen Hit landete, der wegen der Konkurrenz anlässlich der Auflösung der DDR zur Freiheitshymne umgedeutet wurde, auch wenn die angebliche Freiheit des Westens sich nicht unbedingt als besser entpuppte (diesbezüglich klaffen die Meinungen weit auseinander) und es in dem Lied um einer reichen Familie Spross geht, der in einfacher Arbeit sein Glück sucht.

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